Mario Reis

Naturaquarelle DDR (77-teilig)
Natur-Pigmente und Sedimente auf Baumwolle, 1990

Die Serie der Naturaquarelle von Mario Reis stammt aus der DDR kurz nach der Wende. Die einzelnen Leinwände haben immer ihre Datierung links unten, den Titel (Name des Flusses) in der Mitte unten. Mario Reis legt zur Entstehung seiner Naturaquarelle einen mit Baumwolltuch bespannten Keilrahmen mit dem Gesicht nach unten für mehrere Tage in ein fließendes Gewässer, so dass sich in dem Rahmen, auf der Rückseite des Tuches, das Wasser sammeln kann. Jeder Fluss, jeder Bach und jedes Gewässer transportiert in seinem Wasser sowohl natürliche Pigmente, wie z.B. Ocker oder Umbra, als auch Sedimente und Schwebstoffe. All diese Teilchen lagern sich auf dem gespannten Tuch ab und lassen so gewissermaßen ein Selbstportrait des Flusses entstehen, das Naturaquarell. Der Begriff Natur-Aquarell, den Mario Reis eigens für diese Werkgruppe geprägt hat, umfasst dabei sowohl den eigentlichen Akteur, die Natur, als auch die das Medium und die Technik, Aqua und Aquarell. Die vielfältige Farbigkeit, von Rot-, Braun- und Gelbtönen bis zu Grün, Grau und bisweilen sogar Schwarz, resultiert aus der geologischen Beschaffenheit der Umgebung.

Mario Reis, *1953
www.marioreis.de