Finsternis
Dunkelheit schärft unsere Sinne: Durch das fehlende Licht suchen unsere Augen nach kleinsten Veränderungen in der Finsternis, unsere Ohren lauschen intensiv nach Geräuschen und je nach Lichteinfall müssen wir zusätzlich unserem Tastsinn vertrauen. Die Abwesenheit von Licht führt aber auch dazu, dass sich im Dunkeln die Leuchtkraft eines Gegenstands oder Stoffes erst voll entfalten kann. Der Faszination eines Feuerwerks erliegen wir daher nur bei Nacht. Licht und Finsternis sind von einander nicht zu trennende Phänomene.
Im Raum der Finsternis leuchtet und funkelt es auf viele verschiedene Arten: Aus sich selbst heraus strahlen die fluoreszierenden Arbeiten von Regine Schumann. Polarisiertes Licht macht Farben und Strukturen in den transparent erscheinen den Kunststoffen der Werke Otto Beckmanns sichtbar. Die Exponate des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung zeigen die gleichen Phänomene als Ergebnis und Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Ein launischer Mond strahlt in der Neonarbeit „Lunatique“ von François Morellet. Mit Hilfe von Lichtstrahlen glitzern die künstlichen Opale des Instituts für Physik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Und auf die Dunkelheit des Kinos und die Leuchtkraft der gar nicht zufällig eingesetzten Farbe im Film verweist die Collage „CineColorCube“ der Kunsthochschule Mainz, die durch die Forschungsarbeit „Farbe im Kino“ von Susanne Marschall angeregt wurde.
Das Leuchten all dieser Exponate erzielt im Dunkeln eine große Wirkung. Am Beispiel der künstlichen Opale wird aber auch sichtbar, dass diese Erscheinungen Fragen aufwerfen, Fragen, denen Forscher nachgehen. Wie erklären sich z.B. die optischen Effekte, die in den künstlichen Opalen entstehen? An Experimenten, die zum Mitmachen einladen, kann ausprobiert werden, wie die Wissenschaftler an solche Fragestellungen herangehen.
Ein besonderes Mitmach-Exponat ist das Projekt „Interactive Colors“ der Fachhochschule Mainz. 1.600 über den Computer ansteuerbare LED-Leuchten erzeugen ein Meer aus Licht und Farbe, in dem die unterschiedlichsten Lichtstimmungen durch das Prinzip der additiven Farbmischung erzeugt werden können.

